| Allgemeiner Anzeiger für Rangsdorf,
Groß Machnow und Klein Kienitz vom 12.08.2004
60. Jahrestag des Attentats auf Hitler
und
"Lange Nacht der Museen" am
4. September wird vorbereitet
von SIEGFRIED WIETSTRUK
RANGSDORF Nun
ist der 60. Jahrestag des Attentats auf Hitler vorüber. Zahlreiche
Presse- und Fernsehbeiträge würdigten dieses Jubiläum.
Rangsdorf spielte darin, so auch in einem Beitrag der RBB-Sendung "Stilbruch" am
8. Juli, eine Rolle, starteten doch von diesem Flugplatz Oberst
von Stauffenberg und sein Adjutant Oberleutnant Werner von Haeften
an jenem 20. Juli 1944 zum Führerhauptquartier in Ostpreußen
mit dem Ziel, durch ein Attentat Hitler zu töten und damit
Bedingungen für die Beendigung der Nazidiktatur und des Krieges
zu schaffen. Sie konnten die" Wolfsschanze" nach der
Detonation der Sprengladung wieder verlassen und in Rangsdorf landen.
Ihre Annahme vom Tod Hitlers erwies sich aber als Irrtum: Nach
dem Scheitern des Attentats fanden sie mit weiteren Verschwörern
noch in der Nacht in Berlin den Tod. Nachdem es bereits eine Stauffenbergallee
und eine Georg-Hansen-Straße in Rangsdorf gab, wurde nun
am 20. Juli 2004 ein Stein mit einer Tafel zum Gedenken an die
mutige Tat vor 60 Jahren zwischen dem ehemaligen Aero-CIub-Haus
und dem Wanderweg am Rangsdorfer See enthüllt. Zahlreiche
Rangsdorfer und weitere Gäste, darunter Abgeordnete von der
Gemeindevertretung bis zum Bundestag, waren Zuhörer, als Bürgermeister
Klaus Rocher Worte des Gedenkens sprach. Viele der Teilnehmer folgten
danach der Einladung in das Bücker-Luftfahrt-Museum, um sich
hier in der Sonderausstellung "Rangsdorf und der militärische
Widerstand" umfassender darüber zu informieren, dass
zu den Hitlergegnern unter den Militärs mit Bezug auf Rangsdorf
neben Männern des 20. Juli auch ein Wetterdienstinspektor
Heinrich Scheel gehörte, der wichtige Informationen an die
Schulze-Boysen Harnack -Widerstandsorganisation, von der Gestapo "Rote
Kapelle" genannt, lieferte. In dieser Sonderausstellung war
auch eine Arbeit von Gianna Pedot, Schülerin der Seeschule,
zur Historie des Rangsdorfer Flugplatzes ausgelegt. Eine weitere
Schülerarbeit zu dieser Thematik stammte von Kai Hafemann
von der Rangsdorfer Realschule. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit
der Museumsbesucher stand jedoch ein Mann, der in der Sonderausstellung
feststellte: " Ich wusste nicht, dass ich in Rangsdorf sogar
ein Foto von mir finden würde." Er meinte damit eine
Aufnahme von den Stauffenberg-Kindern mit ihrem Vater; denn dieser
Mann war Franz Ludwig Graf von Stauffenberg, einer der Söhne
des Obersten von Stauffenberg. Er berichtete im Gespräch unter
anderem von der von den Nazis praktizierten Sippenhaft. So war
die Mutter verhaftet worden und er und seine Geschwister wie auch
Kinder anderer an der Verschwörung gegen Hitler beteiligter
Offiziere wurden in einem NS-Kinderheim interniert. Als Wertschätzung
unserer Arbeit betrachten wir den Eintrag des Herrn von Stauffenberg
in das Besucherbuch des Museums: "Mit Freude habe ich die
Museums-Ausstellunq in Ranqsdorf besucht und danke für den
gezeigten Brückenschlag zwischen fliegerischen Geschehnissen
und dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Unrechtsdiktatur." Übrigens
besuchte am folgenden Tag Dr. Carsten Hansen, Sohn von Oberst Georg
Hansen, dem Mitverschwörer Stauffenbergs, Rangsdorf und trug
sich ebenfalls in das Besucherbuch des Museums ein: "Das sind
Kindheitserinnerungen: Im Rangsdorfer See gebadet, hier gewohnt
(Grenzweg), hier den Fliegerhorst mit Hilfe des Vaters betreten
dürfen. Vielen Dank für die Mühe, so einen Gedenkplatz
aufzubauen und zu erhalten... Wir kommen wieder! "
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Die Museen des Landkreises Teltow-Fläming
haben beschlossen, auch diesem Jahr eine „Lange Nacht der
Museen" durchzuführen. Termin dafür ist Samstag,
der 4. September. So wird auch das Bücker-Luftfahrt- Museum
am Strandbad des Rangsdorfer Sees an diesem Tag ab 18.00 Uhr Besucher
willkommen heißen. In Vorbereitung dieses Tages wird ab 28.
August im Museum bereits zu den bekannten Öffnungszeiten Mittwoch,
Samstag und Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr eine Sonderausstellung
mit Werken des bekannten Airbrush-Meisters Wolfgang Reineck aus
Waltersdorf zugänglich sein. Diese Schau ist zugleich eine
Verkaufsausstellung, die Bilder können von interessierten
Besuchern erworben werden. Am 4. September zur Museumsnacht wird
Meister Reineck dann in Aktion zu erleben sein. Natürlich
besteht an diesem Abend wieder die Möglichkeit, sich am Flugsimulator
als Pilot zu erproben. Der Bücker-Shop des Museums wird sein
Angebot präsentieren, so beispielsweise Bücker-Flugzeug-Modellbausätze
und den Bildband" Rangsdorf im 20. Jahrhundert". Nach
Bedarf wird es Führungen durch das Museum geben. Geplant ist
erneut, entsprechende Witterungsverhältnisse vorausgesetzt,
dass nach Einbruch der Dunkelheit am Seeufer ein Ballon zum Glühen
gebracht wird, ein Schauspiel, das im vergangenen Jahr begeisterte
Zuschauer fand. Abschließend noch einige kurze Informationen:
Die Tochter von Hermann Matthiesen, des Leiters der Rangsdorfer
Sportfliegerschule, stellte einige Fotos aus dem Nachlass ihres
Vaters zur Verfügung und fragt zu- gleich, ob es noch Bekannte
des Vaters oder Informationen über ihn gibt. Wer dazu etwas
mitteilen kann, möchte sich bitte beim Unterzeichneten melden:
Tel.20594. Der Förderverein Bücker-Museum bereitet für
den 11. September ein neues Treffen ehemaliger Bücker-Mitarbeiter
sowie Angehöriger derselben vor. Von Ralf Gaida, dem Leiter
der Sparte Modellbau des Fördervereins, war zu erfahren, dass
nunmehr die Genehmigung für die Erweiterung des Modellflugplatzes
auf dem Flugfeld vorliegt. Entsprechende Arbeiten haben bereits
begonnen. Die Rangsdorf-AussteIlung in der Bibliothek in der Seebadallee
ist zu den bekannten Öffnungszeiten noch bis zum 21. August
zu besichtigen. Es können in der Bibliothek auch Rangsdorf-Bildbände
erworben werden.
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