| Märkische Allgemeine Zeitung
vom 14. Oktober 2003
Abriss einstiger Offiziers-Blocks
Bis April 2004 sollen Häuser auf dem Konversionsareal
Rangsdorf fallen
RANGSDORF Ab Mitte November sollen
auf dem ehemaligen Militärgelände Rangdorf drei leer stehende
Blocks und einige Nebengebäude fallen. Es handelt sich um frühere
Wohnhäuser von Offiziersfamilien an der Stauffenbergallee,
schräg gegenüber vom Privatgymnasium. Die Gemeinde hat
jetzt im Zusammenwirken mit der Flächenverwalterin Brandenburgische
Bodengesellschaft (BBG) Fördermittel für den Abriss beantragt.
Er soll im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bis zum
April 2004 geschehen. Über das Konversionsprogramm des Landes
Brandenburg ist ein Zuschuss
von 807 000 Euro möglich. Den Eigenanteil voll 89 000 Euro
trägt die BBG. Für die Gemeinde Rangsdorf ist der Abbruch
unentgeltlich.
Bisher gilt dieses Gebiet südlich und östlich des Sportplatzes
der einstigen sowjetischen Nachrichteneinheit als Wohnbaufläche.
Voraussetzung für die 80-prozentige Förderung des aufwändigen
Rückbaus ist, dass das zu entsiegelnde Gelände dauerhaft
renaturiert wird. Rangsdorf verzichtet also auf rund drei Hektar
Bauerwartungsland.
Laut dem Bauausschuss-Vorsitzenden Manfred Wäsche (CDU) fällt
es der Gemeinde aber nicht schwer, das zu verschmerzen: " Wir
haben in Rangsdorf noch einen solchen
Vorrat an Wohnbauflächen, dass er erst in zwei Jahrzehnten
aufgebraucht sein dürfte. Für das Umfeld der privaten
Schule am See sowie für die Ordnung und Sicherheit auf dem
Bückerareal ist der Abriss der ungenutzten, langsam verfallenden
Wohnblocks auf jeden Fall ein Gewinn. Wir sollten die sich bietende
Chance des für uns kostenfreien Abrisses unbedingt nutzen."
Offenbar gibt es auch keine Interessenten, welche die Mehrgeschosser
sanieren oder dort neue Häuser errichten wollen. Auf eine entsprechende
Frage von Hartmut Rex (PDS) antwortete Heinz Bär, Leiter der
Regionalstelle West der Brandenburgischen Bodengesellschaft: "Es
gab eine öffentliche Ausschreibung für dieses Teilgrundstück.
Daran beteiligte sich kein einziger Investor - auch nicht die auf
dem Konversionsgelände Rangsdorf bereits aktive gemeinnützige
Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Gewobag."
Die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes - das
frei werdende Land muss als Grünfläche darin ausgewiesen
werden - bezahlt die Brandenburgische Bodengesellschaft.
Bauamtsleiterin Gabriele Lange betonte auf Anfrage von Heide Wolffgramm
(Unabhängiger Wählerbund Rangsdorf), dass die für
den Abriss vorgesehenen Bauten nicht dem Denkmalschutz unterliegen.
Gudrun Schneck
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