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Märkische Allgemeine Zeitung vom 26. November 2007
Museumsprojekt ist noch eine Vision
Bücker-Halle findet neue Interessenten
GUDRUN OTT
RANGSDORF Visionäre trafen
sich am Freitag auf dem Gelände der ehemaligen Bücker-Werke
in Rangsdorf. Anwesend war auch Bürgermeister Klaus Rocher
(FDP). Es ging um die einstige Bücker-Fertigungshalle, eine
der seltenen Typenhallen mit Stahlrahmenkonstruktion von 1935. Die
russischen Streitkräfte warteten hier später Militärhubschrauber.
Seit deren Abzug steht die denkmalgeschützte Halle leer.
Nun habe sich eine Betreibergesellschaft gefunden, erklärt
Gundolf Senne von einem Kölner Marketingbüro. Allerdings
ist diese Betreibergesellschaft noch in Gründung. Wenn es dann
einmal so weit ist, würden die Gesellschafter Mietgarantien
einsammeln, verspricht der Marketingmann Senne.
Projekt muss sich selbst tragen
Was den ökonomischen Hintergrund betrifft, war zu erfahren:
Das Projekt muss sich selbst tragen, wobei für die Investoren,
die zehn bis 13 Millionen Euro einbringen, eine Rendite von etwa
20 Prozent nach zehn Jahren geplant ist. Erwirtschaftet werden soll
der Ertrag durch Mieteinnahmen, beispielsweise von Rolls-Royce und
MTU, die mit Präsentationen ihrer Produkte und deren Entwicklung
hier für sich und für die Luft- und Raumfahrt werben könnten.
Erste protokollierte Gespräche hätten bereits stattgefunden.
Zu den Mieten sollen sich Pachteinnahmen aus gastronomischem Gewerbe
sowie peripheren Dienstleistern aus den Bereichen Textil, Modellbau,
Bücher/Medien und Zubehör aus dem Umfeld von Fliegerei
und Raumfahrt, Technik und Lifestyle summieren. Die ursprüngliche
Fertigung an diesem Ort, der Name Bücker, dient dabei als Zugpferd.
Der Name.soll als Dachmarke mit internationaler Strahlkraft entwickelt
werden, der Aspekte der Luftfahrttradition, der Bauhausarchitektur
und der Technik verbindet, so Gundolf Senne.
6,5 Millionen für die Instandsetzung
Allein das Instandsetzen der äußeren Hülle der rund
10 000 Quadratmeter umfassenden Halle würde an die 6,5 Millionen
Euro kosten, meint der Berliner Architekt Jo Sollich.
Ein Segment der Darstellung des Luft- und Raumfahrtgedankens, des
ewigen Wunsches des Menschen sich von der Erde zu lösen, soll
in diesem Museum die Bildende Kunst sein. Vom ersten Tag an. Zu
den großformatigen Kunstwerken, die hier einmal ihren Platz
finden werden, könnten auch Bilder des verstorbenen Künstlers
Charles Wilp gehören. Seine Witwe wollte Freitag ein erstes
Bild symbolisch übergeben, konnte aber wegen eines Unfalls
am Münchener Flughafen nicht erscheinen. Auf jeden Fall habe
die Wilp-Stiftung Interesse am Vorhaben angemeldet, betonte Senne,
auch, dass eine Zusammenarbeit mit dem neuen Großflughafen
geplant sei. So könne man sich eine Art „Mini-lLA“
bereits im nächsten Jahr hier vorstellen.
Noch ist der Kauf der Halle nicht realisiert, aber es gäbe
Willenserklärungen, war zu hören. „Nichts als Willenserklärungen
und protokollierte Gespräche, die Sache ist doch absurd",
bemerkte Udo Gorontzy, Mitautor eines im Mai erscheinenden Buches
über die deutsche Luft- und, Raumfahrt.
Bürgermeister Klaus Rocher will, dass sich Bauausschuss und
Gemeindevertretung im Januar nächsten Jahres mit dem Projekt
Bücker-Halle befassen. Die Interessenten können sich vorstellen,
so der Vertreter des Marketingbüros, das „Grand Opening",
die Eröffnung 2009/2010 zu feiern.
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