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Märkische Allgemeine Zeitung vom 30. Mai
2002
Gemeindevertreterin flog in historischem Bückerflugzeug
Ablehnung des Pfingsten-Flugtages ist nicht
zu verstehen
Rangsdorf Dieses Pfingstfest werde ich nicht
vergessen. Ich durfte mit einer Bücker Bestmann 181 vom Flughafen
Berlin- Tempelhof nach Rangsdorf und zurück fliegen. Die Idee
war geboren, als wir vom UWB Pro Rangsdorf nach der unerwarteten
Ablehnung des Flugtages zu Pfingsten durch die Gemeindevertretung
mit den Initiatoren Tasso Krewel und Dr. Kassner zusammen gesessen
hatten. Von uns konnte keiner die Entscheidung verstehen.
Sie wäre meiner Meinung nach auch nicht so ausgefallen, wenn
alle Abgeordneten anwesend gewesen wären und die Informationen
gehabt hätten, die wir uns nach der Entscheidung besorgt hatten.
Daraus ging nämlich hervor, dass die Flugtage zu Pfingsten
als eine Akzeptanzveranstaltung geplant waren für ein flugaktives
Museum. Dahinter steht der Wunsch, eine Halle auf dem Bückergelände
als Museum für Oldtimer-Flugzeuge zu nutzen, die an zwei bis
drei Tagen im Jahre demonstrieren, dass sie nicht nur schön
sind, sondern auch fliegen können. Verhandlungen mit Geldgebern
hatte es schon gegeben.
Auf dem Flugplatz Tempelhof wurde ich von Herrn Krewel in Empfang
genommen, der mich mit Hans Reichart, dem stolzen Eigentümer
der Maschine, bekannt machte. Es ist fast nicht zu glauben, dass
sie bereits 1940 gebaut und 1962 still gelegt worden ist. Eigentlich
sollte sie einen Kinderspielplatz zieren. Herr Reichart konnte sie
für zwei Mark pro Kilogramm kaufen, und er hat fünf Jahre
für ihre Restaurierung verwendet. Ich war beeindruckt von so
viel Enthusiasmus und handwerklichem Können.
Ich traute mich kaum über die Flügel einzusteigen, weil
ich dabei auf die schönen Lederpolster treten musste. Der Innenraum
erinnerte mich an die edlen Fahrzeuge der Firma Rosenow/Spillner
, die ich in Glienick neulich bewundern durfte.
Angegurtet und mit Kopfhörern und Mikrofon versehen, konnte
ich beobachten, wie Herr Reichart den glänzenden Holzpropeller
mit der Hand anwarf. Von nun an war die Verständigung zwischen
mir und dem freundlichen Piloten, Rolf Korth, nur noch per Mikrofon
möglich.
Wir steuerten den Flughafen Schönefeld an. Ich konnte den Funkverkehr
weitestgehend mit verfolgen und freute mich über die freundliche
Begrüßung durch Herrn Gaida aus Rangsdorf, der im Tower
gerade Dienst hatte. Der Pilot musste wegen des Flugplatzes und
der Autobahn zwei sehr enge Kurven fliegen. Da fiel mir ein, dass
ich leicht seekrank werde. In den großen Flugzeugen merkt
man ja kaum noch, dass man in der Luft ist.
Schon steuerten wir über Groß Machnow Rangsdorf an. Wir
überquerten unseren Flugplatz, sahen die Modellflieger und
flogen längs des Sees über Dahlewitz und Schönefeld
wieder zurück.
Dort erhob sich gerade ein Zeppelin majestätisch vom Boden.
Ich habe die wunderschöne Landschaft genossen und festgestellt,
dass einige Neubaugebiete wirken wie Narben in einem ebenmäßigen
Gesicht. Ich habe den bejarnmernswerten Zustand unseres Flugplatzes
gesehen und gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir aus diesem geschichtsträchtigen
Areal etwas machen können, was an seine Vergangenheit anknüpft
und Rangsdorf von anderen Orten abhebt.
Ich danke den Herren Krewel, Kassner, Reichart und Korth für
dieses Erlebnis und bitte sie und ihre Mitarbeiter, in ihren Bemühungen
nicht nachzulassen.
Heide Wolffgramm, Rangsdorf Foto
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