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modellflieger
vom 10. Dezember 2001
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Lebende Luftfahrtlegenden
Förderverein präsentiert Bücker-Museum
Für die 115 Mitglieder des "Förderverein
Bücker-Museum Rangsdorf e.V. " wurde im Frühjahr
2001 ein Traum Wirklichkeit. Mit Unterstützung der Gemeinde
konnten sie im Neubau des örtlichen Seebad-Casinos endlich
ihre 125 Quadratmeter großen Ausstellungsräume beziehen.
Obwohl seit der Eröffnung erst wenige Monate vergangen sind,
haben bereits Tausende interessierte Flugzeugfreunde ihren Weg in
das Museum gefunden, um sich an den zahlreichen Exponaten der Ausstellung
zu erfreuen. Behandelt wird aber nicht ausschließlich das
Thema "Bücker", obwohl es Flugzeuge dieser Marke
waren, die Rangsdorf einst Weltruhm bescherten. Vielmehr geht es
um die gesamte Entwicklung des Flugplatzes, welche 1935 mit der
Schaffung einer Sportfluganlage für die olympischen Sommerspiele
1936 begann. Am 7. April 1936 war Richtfest des Flugfelds, der Reichssportfliegerschule
und des Heimes des Aero-Clubs Deutschland. Zur gleichen Zeit entstanden
die ersten Gebäude der Bücker-Flugzeugbau GmbH. Dort fertigte
Carl Clemens Bücker bis 1945 mehrere Tausend Exemplare seiner
Trainings-, Kunst- und Reiseflugmaschinen.
Der Rundgang im Museum gleicht einer Zeitreise, beginnend mit Fotos
und Dokumenten aus den Dreißigerjahren. Selbst für Vereinsmitglieder
ist das Betrachten der Schautafeln und Vitrinen immer wieder faszinierend.
Ergänzt wird die Ausstellung durch zahlreiche Exponate an Wänden
und auf Tischen. Hier ist auch noch Platz für weitere Stücke,
die der Verein jederzeit gerne entgegen nimmt.
In den Vitrinen finden sich die Schmuckstücke der Sammlung,
wie zum Beispiel ein Modell der ersten Einfliegerhalle im Maßstab
1:72 mit vielen Bücker- Fliegern in gleicher Größe,
beziehungsweise im Maßstab 1:20. Die Originalhalle wurde
1939 durch einen Brand völlig zerstört. Der Nachbau der
später gebauten Einfliegerhalle ist bereits in Arbeit, wird
aber noch einige Bauzeit in Anspruch nehmen. Ungläubige Blicke
erntet hierbei immer das Modell der ersten BÜ 133 "Jungmeister"
mit seiner schlanken Triebwerksverkleidung. Vielen Besuchern ist
unbekannt, dass vor dem SH-14 Sternmotor ein 6 zylinder- Reihenmotor
dieses Flugzeug durch die Loopings zog.
Großes Interesse weckt auch der königlich-schwedische
Schwertritter- Orden, den Carl Clemens Bücker für seine
Verdienste beim Aufbau der schwedischen Flugzeugproduktion erhielt.
Hier bekamen die Vereinsaktiven kalte Füße und verstauten
das Original wieder in ihrem Archiv. Es ist einfach zu wertvoll-
eine Fotokopie ziert nun seinen Platz in der Vitrine. Wie in jedem
Museum können natürlich nicht alle Exponate ausgestellt
werden. Viele Dinge lagern noch im Archiv, weil der Platz einfach
nicht ausreicht.
Eine schöne Nachricht für alle Liebhaber der Marke ist,
dass die Neuproduktion von BÜ131 "Jungmann" und BÜl33
"Jungmeister" fünf Flugminuten von Rangsdorf entfernt
auf dem Flugplatz Schönhagen eine neue Heimat gefunden hat.
Der erste Prototyp war eine Sensation auf der Aero-Messe in Friedrichshafen.
Ausgestattet mit einem original SH-14 Sternmotor stand er auf Einladung
des Landes Brandenburg in Halle 6. Am Ende der Veranstaltung waren
bereits Aufträge für vier weitere Flugzeuge eingegangen,
was die Mitglieder des Fördervereins in ihrer Faszination bestätigt.
Diese Leidenschaft teilen die Bücker- Enthusiasten mit mehreren
Vertretern einer Pilotengeneration, die noch auf BÜ13l "Jungmann"
das Fliegen erlernte und mit denen sie in regem Kontakt stehen.
Ralf Gaida
modellflieger
Buch-Tipp: "Flugplatz Rangsdorf bei Berlin"
Dem Flugplatz Rangsdorf bei Berlin gebührt ein wichtiges Kapitel
der deutschen Luftfahrtgeschichte. Es beginnt Mitte der Dreißigerjahre
mit dem Bau des ersten Flugfeldes und den dazugehörigen Gebäuden
der Reichssportfliegerschule und des Aero-Club Deutschland.
Auch Flugzeugbauer Carl Clemens Bücker verlagerte in diesem
Zeitabschnitt seine Produktion aus Berlin-Johannistal nach Rangsdorf
und legte so die Grundlage dafür, dass zukünftig die Begriffe
Bücker und Rangsdorf untrennbar miteinander verbunden waren.
Bis 1945 entstanden mehrere tausend Exemplare seiner Maschinen,
die bevorzugt im Trainings- und Kunstflugbereich eingesetzt wurden.
Im letzten Teil des Buches findet sich eine Historie der wichtigsten
Bücker-Typen inklusive detaillierter Zeichnungen.
Der Autor des Buches, Dr. Siegfried Wietstruk, pflegt einen angenehmen
Schreibstil, der den mit unzähligen Informationen und interessanten
Anekdoten gespickten Text gut lesbar macht. Wietstruk gehört
zu einem Kreis engagierter Flugzeugliebhaber, die sich in einem
Förderverein zusammenschlossen und seit März in Rangsdorf
das Bücker-Museum betreiben. Er genießt nicht umsonst
den Ruf eines kompetenten Experten auf seinem Gebiet. Auf 110 Seiten
offenbaren sich dem Leser - unterstützt durch eine Vielzahl
von Fotos, Dokumenten und Tabellen - die Ergebnisse jahrelanger
Recherchen. Ein bemerkenswertes Buch, das sich zum schnellen Nachschlagen
von Fakten und zum gemütlichen Schmökern im Kaminsessel
gleichermaßen eignet.
Joachim Dethlefs
"Flugplatz Rangsdorf bei Berlin", erschienen beim Verlag
Gesellschaft für Verkehrspolitik und Eisenbahnwesen (GVE) e.
V., S-Bahnhof Jannowitzbrücke, 10179 Berlin-Mitte.
Der Preis beträgt 16,80 Mark.
Die ISBN lautet 3-89218-013-X. zur
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