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des Förderverein Bücker-Museum
Rangsdorf e.V.
vom 29. September 2003
Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf
informiert über den geplanten Abriss denkmalgeschützter
Bauten auf dem ehemaligen Bücker-Werksgelände in Rangsdorf.
Am 03.07.2003 hat der Hauptausschuss Rangsdorf mit Beschluss Nr.
56 der Beschlussvorlage 100/03 „Fördermittelantrag zum
Konversionsprojekt „Hubschraubereinheit““ zugestimmt.
Daraufhin hat die Gemeinde Rangsdorf im Zusammenwirken mit der Brandenburgischen
Bodengesellschaft einen Fördermittelantrag gestellt, der unter
anderem auch den Abriss von drei unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden
abdeckt. In
der Anlage befinden sich die Beschlussvorlage
100/03, die amtliche
Bekanntmachung und der Bericht
des Amtsdirektors zu diesem Beschluss aus dem Allgemeinen
Anzeiger für Rangsdorf, Dahlewitz und Groß Machnow vom
22. August 2003 und der Artikel
„Fördergeld beantragt“ aus der Märkischen
Allgemeinen Zeitung vom 2./3. August 2003. Des Weiteren sind beigefügt
ein Luftbild
und Lageplan, um einen besseren Überblick über
die verschiedenen angesprochenen Gebäude zu geben.
Mit großer Sorge haben wir in der Beschlussvorlage lesen
müssen (Seite 4, "Freilegungsmaßnahmen"), dass
vorgesehen ist mehrere denkmalgeschützte Gebäude abzureißen.
Zusätzlich zu den hier im Text erwähnten Gebäuden
(Fremdarbeiterbaracken = Holzbaracken, Endfertigung = Produktionshalle
II, Sozialgebäude), findet sich in der Kostenschätzung
auf Seite 9 auch noch die Produktionshalle III "Sonderbau".
Im Text auf Seite 5 ließt man weiterhin "… Darüber
hinaus muß die für die Ansiedlung vorgesehene Freifläche
entmunitioniert werden …"
Über die Motivation kann im Moment nur spekuliert werden.
Tue man dies, so ergibt sich folgendes Bild (vergleiche Skizze auf
Seite 8; download PDF-File siehe unten): Auf der schraffierten,
südlich der neuen geplanten Erschließungstrasse liegenden
Fläche soll wohl kein Denkmalschutz mehr einer weiteren Vermarktung
im Wege stehen. Daher der Abriss der Produktionshallen II und III
(Endmontage und Sonderbau) und daher die Formulierung "…
die für die Ansiedlung vorgesehene Freifläche …"
in Bezug auf diesen Teil des ehemaligen Flugfeldes. Die Einfliegerhalle
wäre dann sicherlich als nächstes dran - fehlende Instandsetzungsmaßnahmen
und Vandalismus könnten durchaus dazu führen, dass nach
weiteren ein bis zwei Wintern der Verfall soweit fortgeschritten
ist, dass dann über einen "Schandfleck" geschimpft
und wegen "akute Einsturzgefahr" ein Abriss voran getrieben
werden könnte.
Im Vorstand unseres Vereins sind wir uns einig: der geplante Abriss
der Holzbaracken, des Sozialgebäudes und der verschiedenen
Kleinbauten die in der Kostenschätzung erwähnt werden
ist verständlich, nachvollziehbar und sicherlich sinnvoll um
eine neue Nutzung des ehemaligen Bücker Werksgeländes
voranzutreiben. Der geplante Abriss der Produktionshallen
II und III und eine eventuelle bauliche Nutzung des ehemaligen Flugfeldes
müssen jedoch auf jeden Fall verhindert werden! Es ist
erst das Gesamtensemble aus den Bücker-Werkswohnungen in der
Walter-Rathenau-Strasse, dem Bücker-Verwaltungsgebäude,
dem Kasino ("Kameradschaftshaus"), der Produktionshallen
I, II und III, der Einfliegerhalle und des Flugfeldes, welches dieses
Industriedenkmal zu etwas so besonderem macht - es sind bis heute
noch alle wesentlichen Bauten des ehemaligen Bücker Werkes
erhalten! Zu diesem ehemaligen Flugzeugwerk gehören auch untrennbar
die direkt an das Flugfeld grenzenden Hallen mit ihren großen
Schiebetoren und den direkt davor liegenden befestigten Abstellflächen.
Ebenso muss auch ein Mindestmass an Wiesenfläche vor den Hallen
verbleiben um an das Grass-Flugfeld des Rangsdorfer Flugplatzes
zu erinnern.
Die im Text angegebene Begründung für die Notwendigkeit
des Abrisses der Produktionshalle II ist für uns nicht nachvollziehbar.
Diese ist die Halle, die vom baulichen Zustand noch am besten erhalten
ist. Sie besitzt ein Dach aus Beton Elementen, dass auch heute noch
weitestgehend dicht ist. Die Halle bietet eine sinnvolle Aufteilung
mit sowohl einem großen "Hallen-Teil", als auch
vielen großzügig bemessenen Räumlichkeiten auf zwei
Ebenen im hinteren Teil der Halle. Hierbei ist die obere Ebene sogar
über einen separaten Zugang von Außen zu erreichen, welches
die Nutzung durch evtl. zwei Parteien deutlich erleichtert. Für
die Produktionshallen gab und gibt es Interessenten; die angedachte
Nutzung reicht(e) von dem Bau, der Reparatur und der Restaurierung
von Oldtimer-Autos, Flugzeugen und Wohnmobilen, über Hallensport
wie z.B. Tennis, über die Aufbereitung des Aushubs aus einer
möglichen Sanierung des Rangsdorfer Sees. Einige dieser Gelegenheiten
sind vorbei, andere noch im Gespräch - es zeigt sich aber,
dass eine Nutzung dieser Hallen durchaus möglich ist und auf
Interesse stoßen kann. Auch der Kostenaspekt der Sanierung
der möglicherweise kontaminierten Produktionshalle II ist so
nicht schlüssig - so wird dies zwar als Begründung angegeben,
jedoch findet sich in der Kostenschätzung kein Posten für
die Entsorgung des kontaminierten Bauschuttes - dies passt nicht
zusammen. Die Kosten für Abbruch, Entsorgung als Sondermüll,
Projektmanagement, Ingenieurleistungen usw. wären bei den beiden
Produktionshallen sicherlich sinnvoller in die Dekontamination und
Sicherung dieser Objekte investiert.
Ich hoffe Sie teilen unsere Sorge in Bezug auf diese neuen Entwicklungen.
Helfen Sie uns dafür zu sorgen, dass es nicht zu dem Abriss
dieser wichtigen Bauten kommt und der Vorschlag noch mal überarbeitet
wird.
Dr. Stefan Friedrichs
Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V.
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